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Kloster Knechtsteden

Am Knechtstedener Busch - der gemeinsam mit dem Wald des südlichen Chorbusches als Naturschutzgebiet und FFH (Flora-Fauna-Habitat)-Gebiet mit europaweiter Bedeutung geschützt ist - liegt eine der ältesten Wallfahrtsstätten des Rheinlandes: das Kloster Knechtsteden bei Dormagen-Straberg.

Eingebettet in eine landschaftlich reizvolle Umgebung von Weiden, Wäldern und Feldern, von Streuobstwiesen und rekultiviertem rheinischem Auwald, ist die ehemalige Prämonstratenser-Abtei mit den Türmen der Klosterbasilika St. Maria und St. Andreas schon weithin sichtbar – sie ist eines der bedeutendsten romanischen Bauwerke des Rheinlandes.

Zentrum der großflächigen Klosteranlage mit ihrer Vielfalt an Gebäuden und Einrichtungen ist das Missionshaus der Spiritaner (auch: Missionsgesellschaft vom Heiligen Geist), einer ca. 300 Jahre alten katholischen Ordensgemeinschaft, die vor allem in Brasilien und in Afrika missionarisch tätig ist und sich für die Rechte der Armen und Landlosen einsetzt.

Auf dem Klostergelände befinden sich weitere Einrichtungen, die dem Gesamtkonzept Dreiklang "Religion - Kultur - Natur" unterliegen: das Libermann-Haus als Ausbildungs- und Tagungsstätte der Spiritaner mit einem Eine-Welt-Laden und einem Heuhotel, das Norbert-Gymnasium als privates katholisches Gymnasium, ein Waldkindergarten, ein Spielplatz mit Picknickwiese, der Kunstverein Galerie-Werkstatt sowie das Haus der Natur als Biologische Station des Rhein-Kreises Neuss.

Ganzjährig finden verschiedenste kulturelle Veranstaltungen auf dem Klostergelände statt: Konzerte in der Basilika, Kunstaustellungen im Kreuzgang, das Forum Knechtsteden mit Kabarett, Kleinkunst und Musik, interessante Gottesdienste und stille Andachten machen Knechtsteden zu einem Treffpunkt für Kulturinteressierte und Gläubige.

Ein Café-Restaurant im angrenzenden Klosterhof Knechtsteden mit verschiedensten Angeboten rundet das Bild der Anlage Knechtsteden ab.

Der Ursprung der Basilika von Kloster Knechtsteden liegt in der Stiftung des ehemaligen Fronhofes Knechtsteden durch den Kölner Domdechant Hugo von Sponheim an den damals neugegründeten Prämonstratenserorden als Kloster im Jahr 1130. Die Grundsteinlegung der Klosterbasilika St. Maria und St. Andreas erfolgte 1138. Die Tuffsteine für das Mauerwerk und die Trachyte für die Hausteingliederung des Außenbaues stammen aus den vulkanischen Gebirgen der Eifel und des Siebengebirges.

Vierung, Ostchor und Querhäuser sind noch von den französischen Bauideen der Romanik geprägt, während zwischenzeitlich zerstörte oder neue Gebäudeteile in gotischer (Ostchor) und barocker (Kreuzgang, Torhaus) Bauweise errichtet wurden.

So stellt die Klosterkirche eine steingewordene Urkunde des gemeinsamen rheinisch-französischen Kulturraumes im hohen Mittelalter dar. Besonders bemerkenswert ist die Doppelchoranlage, der rheinische Stützenwechsel mit unterschiedlichen Säulenformen und das romanische Fresko in der Westapsis (um 1160).

Nach einem verheerenden Brand im Jahre 1869 erneuerte der Kölner Architekt Heinrich Wiethase Kirche und Klostergebäude: Dächer, Turmhelme, Gewölbe und die Seitenschifffenster wurden dabei ebenso wieder hergestellt wie der Kreuzgang und die Gebäude um den Innenhof.

Im Jahre 1895 kaufte der Orden der "Väter vom Heiligen Geist" das nach 1803 säkularisierte Kloster, um dort seine Missionare auszubilden. Seit 1996 ist Knechtsteden die "Zentrale" der deutschen Spiritanerprovinz und der von hier ausgehenden Missionsarbeit.

Im Rahmen der Euroga 2002+ erfuhr das gesamte Ensemble Knechtstedens durch die Neu- und Umgestaltung von Flächen, Höfen und Gassen eine denkmalgerechte Rahmung. Aus der ehemaligen Landwirtschaft wurde ein Kulturhof. Der Projekttitel "Kultur im Kloster – Ideen werden Wirklichkeit" fasst bewährte und neue kulturelle Veranstaltungen zusammen. Zahlreiche Angebote wie die Wallfahrten, das Oktoberfest, der Theatersommer und die "Festlichen Tage Alter Musik" machen das Kloster Knechtsteden zu einem lebendigen Ort, an dem sich Menschen und Religion zwischen Kultur und Natur begegnen.

Kloster Knechtsteden ist - nach ihrem Start im MediaPark in Köln - Zielort der Fahrradtour "Erlebnisroute MediaPark - Kloster Knechtsteden" von RegioGrün Rhein-Erft, einem Gemeinschaftsprojekt des Rhein-Erft-Kreises mit den Städten Köln und Bonn.

Diese Fahrradtour läßt Sie die Grünachse Nord erleben, eine der drei in Entwicklung befindlichen Grünverbindungen zwischen den Grüngürteln Kölns und der Villelandschaft des Naturparks Rheinland im Rhein-Erft-Kreis - dem "Dritten Grüngürtel", der die Stadt Köln über den Rhein-Erft-Kreis mit der Stadt Bonn verbinden soll.

Das Konzept RegioGrün Rhein-Erft knüpft damit an die historischen Grüngürtelplanungen von Fritz Schumacher u.a. in Köln an und stellt sie in den Kontext aktueller Erfordernisse und Planungen zur Entwicklung regionaler Lebensqualität und Identität in der Region Rheinland.

Ziel der drei Grünachsen ist es, vor allem an den Nahtstellen zwischen Stadt und Land die vorhandenen Grünstrukturen untereinander zu vernetzen und diese für die Erholungsnutzung aufzuwerten und erlebbar zu machen.

Weitere Informationen hierzu unter www.regio-gruen.de.

Für Kinder geeignet

Spielplatz mit Picknickwiese

Waldkindergarten

Adresse

Knechtsteden

41540 Dormagen-Straberg

Tel.: (02133) 8690

Fax: (02133) 869105